15 August 2016

Ikat Quilt für Kim

Auf der Suche nach neuen Inspirationen kommt es immer wieder vor, dass sich was im Kopf zusammenbraut und irgendwann Nachts dann aus dem Tiefschlaf rausgerissen zu einer neuen Idee formt. So auch bei diesem Quilt


Ich hatte einen Chat auf mit einem langjährigen, extrem kreativen Freund auf Facebook über unsere Vorlieben betreffend Einrichtung und Gestaltung unsere jeweiligen Wohnungen. Er meinte, er fände ja meine Quilts "ganz nett", würde mustermäßig aber doch mehr auf Kelims stehen. Wer jetzt glaubt, ich könne damit nicht umgehen, der irrt nicht! Das hat mich echt bewegt.... Die Nacht nach diesem Chat war von wilden Träumen gezeichnet. Ich will gar nicht ins Detail gehen, aber faszinierend daran ist ja immer, dass die Träume unterbewusst unser Erlebtes verarbeiten.....


Es war also eine "glückliche Fügung" das mein Freund sich von meinen Quilts nicht so angesprochen gefühlt hat, denn in der Nacht habe ich von Kelim-Mustern geträumt! Am kommenden Morgen habe ich dann wie von Sinnen auf Pinterest nach ebendiesen gesucht. Nicht, das es dieses Muster als Patchworkblock nicht schon gäbe (was gibt es überhaupt neues....?), aber mich haben vor allem die knalligen Farben der moderneren Kelims angemacht.


Das Muster und die Farben habe ich ganz schnell im Kopf gehabt, konnte ja hier im Geschäft aus meinem wunderbaren Fundus aus allen möglichen Kona Cottons schöpfen! Nur graute es mir etwas vor der Menge an Blöcken.... Zum Glück habe ich meine Mädels von der Bee Germany, die mir beim Patchen ordentlich geholfen haben!

Gerade, als das Quilttop fertig war, wurde ich von der Redaktion des Patchwork Professionals  angesprochen, ob ich für das Magazin 2016/3 nicht einen Beitrag machen können - mit Anleitung. Manchmal fügt sich halt alles irgendwie doch, oder?!?

Zusätzlich zu dem Quilt in dem Magazin wurde mit mir noch ein Interview über meine Workshops bei Bernina International AG in Steckborn / Schweiz geführt.

Ich liebe es dort die Möglichkeit zu haben, Workshops zum Thema Patchwork geben zu dürfen. Wer noch nicht da war, dem ist es nur schwer zu vermitteln, wie angenehm und entspannt dort die Atmosphäre sowohl als Kursleiter, als auch als Teilnehmer ist. Die Mitarbeiter von Bernina ist so was von aufmerksam, umsichtig und freundlich! Ich habe noch zu keinem Zeitpunkt dort meine Workshops als Arbeit empfunden - weiß nicht, ob es ein größeres Kompliment geben kann!!!

Meine nächsten Workshops dort finden am 17./ 18. September statt. Schaut selber mal in die Terminliste rein. Vielleicht kann ich den einen oder anderen ja dafür begeistern?!

Für diejenigen, denen es zu weit in die Schweiz ist, biete ich auch weiterhin Kurse in der Quiltmanufaktur in Frankfurt an!




Zurück zu meinem Ikat Quilt! Als meine Tochter Kim mich neulich mal wieder aus München besuchen kam, sah sie den Quilt bei mir im Geschäft liegen und meinte doch tatsächlich, dass er ihr gefiele. Ihr denkt sicher, dass solche Äußerungen von meinen Kindern normal wären - weit gefehlt! Als meine Tochter und mein Sohn umzogen, habe ich sie gefragt, ob sie denn vielleicht mal wieder einen neuen Quilt haben wollten. Die Antwort war unison: "Nee, lass mal stecken!" und "Nein, wir haben doch schon genug...!"

Ich habe also hinter Kim´s Begeisterung-Bekundung eher so einen Art "Lob die Mutti mal" gesehen.... Aber tatsächlich meinte sie´s ernst! Am liebsten hätte sie ihn dann auch gleich mitgenommen (ihr seht, meine Verwunderung nimmt überdimensionals Maße an...) und ich konnte ihr nur schwerlich das Zugeständnis abringen, ihn noch ein paart Wochen hier im Geschäft auszuhängen.


So kann´s gehen, wenn man mit Freunden chattet......

27 Juli 2016

Der Hochzeitsquilt - Hexies Framed


Dieses schöne Bild habe ich gerade von einer Kundin bekommen, die im Winter zu mir ins Geschäft kam und einen "Hochzeitsquilt" bestellt hat! Zwischen der Bestellung und dem Eingang des Bilds liegt mehr als ein halbes Jahr... Dazwischen hatten wir mehrere Treffen und Emails, Stoffübergaben, Entwürfe etc. Die Idee, die Sie mitbrachte, war so unglaublich schön: alle Gäste (die aus der ganzen Welt eingeladen waren!) sollten vorab ein Stück Stoff schicken, das dann als Erinnerung im Quilt seinen Platz finden sollte.

Sie sah meinen Modern Hexies Quilt an der Wand hängen und war augenblicklich in das Muster verliebt - mich hat sofort die Panik befallen.... Sie wollte einen Quilt in den Maßen von ca. 150 x 200 m und ich habe den Hexie-Quilt vor allem nur als Wandbehang gemacht, weil mir die Puste zwischenzeitlich ausging!

Ich habe also recherchiert und dann den Tutorial von Emily Dennis "Hexies Framed" gefunden! Wunderbar ohne EEP und ohne Y-Nähte zu machen - nicht das ich Angst vor zweitem hätte.... Das hat der Kundin auch auf Anhieb gefallen und dann ging es auch schon fast los. Vorher mussten wir noch einige gesendete Stoffe sortieren, denn darunter waren z.B. schwere Jaquard-Seidenstoffe und ein Ausschnitt aus einem Ruderhemd (!), die man leider nicht so ohne weiteres hätte verarbeiten können. Sollte irgendjemand von euch die Idee haben, sich so einen Quilt machen lassen zu wollen, dann definiert vorher genau die Größe des Stoffstücks und vor allem das Material!!!


Ich musste für diesen Quilt so ca. 170 Hexies arbeiten, das war im Endeffekt genauso aufwendig, wie bei dem Modern Hexies Quilt, weil die Hexagone geteilt sind und  man die äußeren schmalen, weißen Streifen annähen muss und dann alles pro Reihe angleichen muss - Nadeln stecken ohne Ende!


Wie beim Hochzeitskleid gab´s einen "Anprobe"! Stimmt die Größe? Wie soll der Rand sein? Was für ein Binding soll ich machen? Welches Vlies? Welcher Rückseitenstoff? und nicht zuletzt wie soll der Quilt gequiltet werden?


Das Projekt ist mir echt ans Herz gewachsen und daher war es kein Wunder, das ich vorschlug, die Hexies rundum mit der Maschine zu quilten - nicht im Nahtschatten, aber knapp rundum.... Gut ich habe jede Nahtrichtung genäht, dabei Anfang und Ende verriegelt, was man überhaupt nicht sieht. So musste ich nicht ständig den ganzen Quilt durch die Maschine drehen und wenden.


Hier kann man erkennen oder zumindest erahnen, wie das Quilting dann fertig aussieht.

Ich mag solche Aufträge! Besonders diesen, weil die Kundin sich auch so sehr um jedes Detail gemüht hat und es immer schön war, wenn wir Kontakt wegen des Quilts hatten. So ist ein kleines Stück von mir dann auch bei der Hochzeit dabei gewesen - die im Übrigen ein wahrer Traum war, wie ich auf weiteren Bilder gesehen habe!

05 Juni 2016

Seminole Quilt


Auf der Suche nach Ideen für neue Workshops stieß ich neulich bei Pinterest auf Seminole Patchwork. Die Seminole Indianer verzierten ihre Kleidung mit kunstvoll hergestellten Streifen in Patchworktechnik. Es gibt unzählige tolle Muster, die unterschiedlich aufwendig sind, aber allen ist gemein, dass sie wahnsinnig viel Stoff verschlingen.... Hier könnt ihr mehr über Seminole Patchwork erfahren.

Quiltmanufaktur - Seminole Quilt - ca. 90 x 115 cm

Der Quilt hat sich als eine echte Herausforderung rausgestellt. Ich habe mir ganz viele Muster zusammengesucht, habe aber schon nach wenigen fertigen Reihen festgestellt, dass das wesentlich aufwendiger wird, als gedacht... Irgendwann werde ich mich auch an die Muster trauen, die ich dann doch nicht gemacht habe. Vielleicht mache ich die dann für meinen geplanten Medaillon Quilt....

30 Mai 2016

Zu Gast bei den Modern Cologne Quilters

Ich hatte am Sonntag das Vergnügen, als Gast am Treffen der Modern Cologne Quilters teilnehmen zu dürfen. Aus terminlichen Gründen überschnitt sich dabei leider mein reguläres Treffen mit meiner eigenen Quiltgruppe in München, den Munich Modern Quilters - Dorothee, Alex und Verena haben aber auch ohne mich ziemlich viel Spaß gehabt, was den Whatsapp Nachrichten zu entnehmen war!

Das Treffen fand im tollen neuen Laden von Dorthe statt, den ich schon bei ihrer Eröffnung bestaunen durfte. Soooo viel Platz - macht mich ganz neidisch! Und extrem viele schönen Stoffe so ganz nach meinem Geschmack!


Ich hatte mich in der Zeit für die Anreise etwas verschätzt und kam prompt zu spät....

Martina / Quilt Collection M., die das Motto für dieses Treffen "Flying Geese" ausgegeben hat, hatte im Eingangsbereich einen Tisch platziert, auf dem lauter Bücher, Magazine und Material zu diesem Thema zu finden war. Außerdem hatte sie reichlich viele neue Bücher vom Quiltmarket aus Saltlake City mitgebracht, was in absehbarer Zukunft zur Schmälerung meiner Finanzen führen wird....


Meinen Platz zum Nähen fand ich zu meiner großen Freude direkt neben Daniela / Block M Quilts, die zu diesem Termin auch eingeladen war. Außerdem traf ich zum ersten Mal May / Confession of a fabarholic, mit der ich schon einige Patchworkblöcke über diverse Bees getauscht habe. Dagmar, die ich bereits bei einem Kurs hier in der Quiltmanufaktur kennen lernen durfte, saß mir gegenüber. Judith / September´s Quiltdelight und Christiane / Miss Sewing, die ich dieses Jahr auf der H+H Cologne kennengelernt habe, waren auch dabei. Ulla war somit das einzig neue Gesicht für mich!

Sehr lustig war, das Aylin / Aylin-Nilya kurz zu Besuch kam. Sie hatte in der Nähe von Köln zu tun und zwischendrin Zeit, auch mal in Dorthes Reicht reinzuschauen! Zu dem Thema Flying Geese gibt es übrigens von ihr eine schöne Paper Piecing Vorlage auf Craftsy.


Am Anfang ging es noch ziemlich sortiert zu! Jeder hatte seine eignen Stoffe dabei (ich musste dennoch erstmal shoppen...) und Ziele im Kopf. Kissen war bei einigen das erklärte Resultat des Workshops.


Während Martina ziemlich große Flying Geese ausprobierte, nahm Dorthe sich die Paper Piecing vor. Wie man gut sehen kann, war es relativ schnell mit der Ordnung dahin..... Oben rechts in der Ecke des Bildes sieht man übrigens einen kleinen Ausschnitt von Dorthes Elefanten!


Kurz vor 16 Uhr haben dann alle noch mal hier Werke ausgelegt - mit Kissen u.a. war dann doch nichts... Aber man kann schon sehen, das so einiges zustande kam und schön auch, wie unterschiedlich gearbeitet wurde. Martinas Blöcke in ihrem unverkennbaren Farbkombis; Judith die in Orange-Gelb eine Überraschung für eine Freundin genäht hat.

Ich habe ich leider (nee, stimmt nicht...) verquatscht und habe nur diese spärlichen Low Volumes / Grau-Schwarzen Flying Geese zustande bekommen. Da muss ich dann noch mal Extra Zeit investieren, damit daraus auch was wird - einen Plan habe ich noch nicht, bin aber angefixt durch die vielen Möglichkeiten, die ich zu sehen bekommen habe!


Christiane hat einen tolle Farb-Stoff-Kombi gearbeitet. Und Judith hatte dann irgendwann noch Lust, diese kleinen Geese in anderen Farben in Paper Piecing Technik zu patchen.


Daniela hatte sich durch ihren Urlaub und die Farbeindrücke, die sie mitgenommen hat zu meinem ganzen Glück voll auf Türkis eingeschossen. Das war ein wahrer Augenschmaus!


Dorthe hat sich durch eine Paper Piecing Vorlage gekämpft! Das Bild entspricht noch nicht ihrer Idee und vermutlich hat sie es heute noch mal aufgetrennt, weil die einzelnen Segmente noch nicht richtig angeordnet waren....

Die unfassbaren vielen Geese, die Dagmar in der Zeit produziert hat, habe ich leider nicht fotografiert. Bestimmt könnt ihr euch entsprechende Bilder auf dem Gruppenblog anschauen, sobald der Bericht vom Treffen gepostet wird.

Das schöne an solchen Treffen sind die Gespräche - privat oder fachgesimpelt - und das Kennenlernen von Menschen, die man bisher vorallem über irgendwelche Social Medias wie Flickr, Instagram oder die Blogwelt kennt. Ich hatte wirklich eine Menge Spaß :-)

20 April 2016

Was sonst noch so geschah....

Seit meinem letzten Beitrag ist schon wieder so viel Zeit vergangen.... Ich komme einfach nicht dazu, über alles Erzählenswerte zu schreiben - ihr kennt das bestimmt aus eigener Erfahrung!

Heute habe ich endlich mal wieder mein Schaufenster dekorieren können - ich wurde zwischenzeitlich schon gefragt, ob ich mein Geschäft aufgeben würde, weil weder das rote Bänkchen noch irgendein neuer Quilt im Schaufenster zu sehen wäre....


Wenn auch etwas bescheiden, aber immerhin steht das Bänkchen jetzt samt neuem Quilt dekoriert wieder im Fenster!

Passend zu dem Quilt habe ich noch einen Markttasche aus den selben Stoffen gemacht, die jetzt prima das Ganze etwas aufpeppt!

Den Quilt habe ich während eines Workshops bei Bernina in der Schweiz angefangen. Um den Teilnehmern zu demonstrieren, wie man diese Technik zustande bekommt, habe ich kurzer Hand eine meiner Jelly Rolls aus dem Laden samt Kona Kotton "Snow" mitgenommen und dann - statt große Worte zu schwingen - an der Nähmaschine demonstriert, wie das funktioniert. Dabei kamen dann lauter Blöcke zustande, die ich jetzt - zurück aus der Schweiz - nur noch zusammennähen musste.


Ok, nur zusammennähen stimmt nicht ganz, denn anschließend musste das gute Teil ja auch noch gequiltet werden. Der Quilt ist ca. 150 x 120 cm groß. Wie gerne hätte ich eine Q24 oder zumindest eine Bernina  aus der 700erter Serie mit größerem Durchlass.... Wie ihr sehen könnt, habe ich aber auch auf meiner "kleinen" 330ziger die Linien ganz gut quilten können - wenn auch etwas mühsam.

Jetzt plane ich noch ein paar Kissen und vielleicht eine Wimpelkette aus den Stoffen und dann kann niemand mehr meckern, oder???

Neben diesem Quilt habe ich noch einen samt Anleitung für den Bernina Blog gearbeitet - habe ihn Blaues Kreuz genannt. Mehr darüber könnt ihr hier lesen


Dann wäre da noch der Babyquilt mit lauter Kreisen, den ich auch zum Zweck eines Workshops bei Bernina gemacht habe. Wenn ihr euch für die Technik interessiert, dann könnt ihr das bei mir in der Quiltmanufaktur am Samstag, dem 7. Mai von 16:30 bis 19,30 Uhr lernen! Mehr über den Workshop erfährt ihr hier


Und einen kleinen Quilt mit Modern Hexies habe ich auch gemacht. Zu diesem Thema habe ich auch einen Workshop parat, wenn ihr Lust habt! Dazu mehr auf meiner Website


Mehr war nicht, also zumindest Quilttechnisch gesehen...

21 März 2016

NÄHEN Einfach, Achtsam, Kreativ - Mein Buch

Da ist es, mein erstes eigenes Buch!


Vor einem Jahr fragte mich Claudia Toelle vom Verlag Trinity Kreativ, ob ich Zeit und Lust hätte, ein Buch mit schönen Nähideen zu machen. Natürlich - und wie!

Bei unserem ersten Treffen im Münchner Verlag erklärte mir Claudia die Grundidee, die der Verlag mit seiner Serie Einfach, Achtsam, Kreativ - Handarbeiten für die Seele verfolgt:
"Selbermachen ist wieder voll im Trend, aber vielen Frauen reicht es nicht mehr, einfach nur etwas nach Anleitung nachzuarbeiten. Heute ist echte Inspiration gefragt, eigene Projekte mit dem gewissen Etwas, denn moderne Handarbeit kann so viel mehr sein: für viele bedeutet die Arbeit mit den Händen nämlich auch Flow, Achtsamkeit und Kreativität. Eben Handarbeiten für die Seele!
Die Bücher zeichnen sich durch stimmungsvolle Texte und Fotografien aus, die sehr inspirierend wirken. Die leicht verständlichen Anleitungen, Tipps und Tricks machen den Einstieg in die Kreativität ganz einfach."

Da das Buch im Frühjahr herauskommen würde, einigten wir uns auf die schönen, frischen Farben Türkis und Coral - macht mal die Augen zu und denkt ans Caribische Meer und an Corallenriffe.... Dank meiner Stoffauswahl im Geschäft in Frankfurt war das natürlich die reinste Wonne!
Mein Job bis Weihnachten vergangenen Jahres war es, ca. 16 Ideen zu realisieren und passende Anleitungen mit Tipps und Tricks zu schreiben. Es ging dabei nicht unbedingt darum, das Rad neu zu erfinden, aber schöne schlichte Projekte zu gestalten, die auch für Nähanfänger realisierbar wären. Claudia griff mir dankenswerter Weise immer wieder unter die Arme - manchmal sah ich nämlich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ideen zu gestalten und passende Anleitungen zu schreiben, die kurz und bündig- aber dennoch nachvollziehbar sind, ist so eine Sache....

Als die Produkte dann Anfang des Jahres über ein langes Wochenende fotografiert wurden und ich anschließend die Bilder zu sehen bekam, war ich überwältigt! Ich mag meine Sachen, die ich nähe eigentlich sowieso, aber wenn sie - so wie in diesem Buch - ins rechte Licht gerückt werden, dann ist das noch mal ein echtes Highlight! 

Der Lektorin gelang es, mein Fachchinesisch in gut verständliches Deutsch zu übersetzten - ich war sehr erstaunt, wie einfach man Dinge beschreiben kann, ohne komplizierte Sachverhalte außer Acht zu lassen. Ich würde mir wünschen, so jemanden immer wie einen Knopf im Ohr zu haben, dann würden mich auch meine Teilnehmer in manchen Kursen wohlmöglich nicht immer anschauen, als ob ich Bahnhof spreche....

12 trendige Projekte haben es jetzt in dieses Format geschafft. Sie sind Schritt für Schritt erklärt und zum Teil durch Illustrationen ergänzt, sodass sich auch Nähanfänger zurechtfinden werden! Fantastisch ergänzt sind die Projekte durch sehr schönen Texte von Ulla Rahn-Huber. Sie beschreiben wunderbar, was man erleben kann, wenn man sich im Flow befindet - sich der Sache, an der man arbeitet, voll hingeben kann!

Es steckt eine Menge Arbeit in den 64 Seiten drin - ein kleiner Teil davon von mir, wobei ich mit meinem kreativen Input bestimmt den schönsten Part an dem Projekt hatte. Erst jetzt kann ich wirklich ermessen, welch Arbeit in einem solchen Buch steckt und verneige mich vor der unermesslichen Arbeit und dem Herzblut, die die Mitarbeiter des Verlags in dieses Projekt gesteckt haben!

Ich hoffe sehr, vielen mit dem Buch und den darin befindlichen Ideen eine Freude machen zu können und neue Nähenthusiasten zu gewinnen :-))

Hier die Daten zum Buch:

Nähen Einfach, Achtsam, Kreativ
Andrea Kollath
Ulla Rahn-Huber
64 Seiten, Klappenbroschur
16,5 x 21 cm
ISBN 978-3-95550-169-3

Wer mein Buch von euch bei mir bestellen mag, der kann das per Mail an post@quiltmanufaktur.de machen. Das Buch kostet 12,99 € + 2 € Versand.

Wenn ihr Lust habt und mir einen Kommentar zu diesem Post schreibt, dann habt ihr die Chance eins von drei zu verlosenden Exemplaren zu gewinnen! Am Freitag, dem 1. April (kein Scherz!) werde ich das Los entscheiden lassen und die Gewinner bekannt geben!

Die Gewinner sind gezogen:
1. Olga von hansundgrete Kreativblog
2. Andrea Lorenz
3. Angela Hipp
Herzlichen Glückwunsch!  :-)))

15 März 2016

2 Jahr Quiltmanufaktur in Frankfurt am Main - DANKE!

Heute vor zwei Jahren habe ich mein Geschäft in Frankfurt eröffnet!

Bild zur Eröffnung am 15. März 2014

Bis dahin war es ein langer Weg und seither rast die Zeit. Das klingt, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, wie eine Floskel...
Heute bin ich erst mal dankbar, dass ich das alles erleben dürfte und weiterhin darf! Wie viele haben einen Traum und scheitern dann bei der Durchführung... Meinen Traum habe ich mir erfüllen können, weil ich viele Helfer, Unterstützter und tolle Kunden habe, die mit mir meinen Weg gehen!

Bilder von der Eröffnungsfeier am 15. März 2015

Und jetzt sind schon zwei Jahre rum!!! Ich kann es kaum fassen....

Im Geschäft hat sich bisher kaum was verändert, außer das seither schon viele Stoffe den Besitzer gewechselt haben und ich ganz viele wunderbare Menschen habe kennenlernen dürfen! Und das ist es, was mir neben dem Geschäft an sich so viel Freude bereitet - mich mit Menschen austauschen können, die den gleichen Faible für Stoffe haben, wie ich selbst.

DANKE AN EUCH ALLE FÜR DIE BISHERIGEN TOLLEN ZWEI JAHRE!



12 März 2016

Patchwork - Wie geht das? Kleine Einführung für Anfänger / Teil 3


Teil 3. Quiltsandwich, Quilten und Binding

Hier findet ihr die beiden ersten Kapitel:
1. Was ist Patchwork und was braucht man dazu?
2. Patchwork: Zuschneiden und Nähen

Heute kommt das Finale - ich zeige und erkläre euch, was ein Quiltsandwich ist (nichts zum Essen..), wie ihr das dann quiltet und zum Schluss das Binding anbringt.


Quiltsandwich
Im ersten Teil habe ich euch bereits beschrieben, was man für einen Quilt braucht: Quilttop, Volumenvlies und Rückseitenstoff. Beide letzter genannten sollten insgesamt um die 5-10 cm größer sein, als das fertige Quilttop. Das Quilttop, das ich hier als Beispiel gemacht habe, ist ca. 75 x 95 cm groß. Dementsprechend müssen das Vlies und der Rückseitenstoff ca. 80 x 100 cm (oder etwas mehr) groß sein.

Quilttop, Rückseitenstoff und Volumenvlies (H 281 von Freudenberg)

Jetzt müsst ihr diese drei Lagen zusammen bringen indem das Volumenvlies zwischen Quilttop und Rückseite positioniert wird. Damit die verschiedenen Lagen beim anschließenden Quilten nicht verrutschen, muss man sie fixieren. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:
  1. Mit einem Reihgarn heften - erst mittig horizontal und dann vertikal. Anschließend noch durch die Diagonalen mit einem Heftstich durchnähen. Das Reihgarn lässt sich nach dem Quilten problemlos entfernen.
  2. Mit Quilt-Sicherheitsnadeln in Abständen von ca. 10 cm die drei lagen miteinander fixieren. Ein anschauliches Tutorial gibt es dazu auf dem Blog von Fadengerade.
  3. Mit Textilsprühkleber die drei Lagen fixieren. Dabei bringt man den Kleber mit einer Sprühflasche auf, kann die miteinander zu verklebenden Lagen aber mehrmals neu positionieren, falls Falten entstehen oder man die Position korrigieren muss. Der Kleber verbindet nur, macht den Stoff aber nicht starr und bei der ersten Wäsche geht er wieder raus.
Ich bevorzuge den Textilsprühkleber, denn er ist am schnellsten aufzubringen (Heften ist viel zu mühsam...) und behindert nicht beim späteren Quilten, wie das die Sicherheitsnadeln tun.
Achtung: der Sprühkleber vernebelt, d.h. alles rings herum wird sozusagen mit verklebt, solange es nicht z.B. durch Zeitungspapier abgedeckt ist!

Dazu breite ich mein Vlies aus und lege den Rückseitenstoff darauf aus. Anschließend klappe ich eine Seite des Stoffes weg und besprühe dann das Vlies. Nun den wegeklappten Stoffteil wieder auf das Vlies ausbreiten und dabei glatt streichen. Mit der anderen Stoffhälfte genauso verfahren.

Im nächsten Schritt dreht man die beiden miteinander verklebten Lagen um und verfährt mit dem Quilttop genauso.

Wichtig ist, das ihr bei diesem Vorgang (egal, ob ihr nun heftet, mit Nadel steckt oder den Sprühkleber verwendet) genau darauf achtet, das sowohl auf Rückseitenstoff - sowie auf dem Quilttop keine Falten mehr vorhanden sind.
Wie ihr auf dem folgenden Bild gut erkennen könnt, ist das Vlies samt Rückseitenstoff ringsum breiter geschnitten, als das Quilttop.

Quiltmanufaktur - Quiltsandwich

Quilten
Das Quilten ist das durch Steppen (per Hand oder Maschine) verbinden der Stoff- und Vlieslagen miteinander. Das Quilten verhindert, das sich die verschiedenen Lagen gegeneinander verschieben.

Rein theoretisch reicht es aus, wenn ihr in Abständen von max. 30 cm punktuell durch die Lagen hindurchnäht - das wäre die einfachste Methode. Sie klingt simpel und unspektakulär, kann aber auch ihren Reiz haben. Dazu nehmt ihr am besten ein Perlgarn und eine Sticknadel mit größeren Nadelöhr, zieht den Faden doppelt durch und stecht an einer Stelle mehrmals durch die Lagen hindurch. Dann schneidet ihr das Garn großzügig ab und verknotet die Enden auf der Quilt-Oberseite. die Fadenenden dann auf 1 cm vor dem Knoten zurück schneiden. Da sieht dann recht urig aus! Natürlich kann man auch die Enden im Sandwich vernähen.

Quiltmanufaktur - Quilt mit Perlgarn verknoten

Es gibt viel Quilt-Schablonen auf dem Markt, mit denen man die tollsten Motive auf den Quilt übertragen kann, um dann diese Muster per Hand oder mit der Maschine zu steppen. Zum Übertragen verwendet man Stoff-Markierstifte (die beim Waschen wieder raus gehen) oder Trickmaker. Das sind Filzstifte für Textilien, die entweder nach einer bestimmten Zeit von selber verschwinden oder sich durch Einwirkung von Hitze (beim Bügeln) verflüchtigen.

Wenn man diese aufwendigen Muster mag, sich aber nicht zutraut, so was mit seiner eigenen Maschine zu bewältigen, dann kann man sein Quilttop auch zu einem sog. Longarm-Service schicken. Manche Quilterinnen haben ihr Business darauf spezialisiert, Quilts auf einer Longarm-Quiltmaschine nach dem Wunsch der Kunden zu quilten. Größe und Aufwand bestimmen dabei meist den Preis, den man für die Arbeit bezahlen muss.

Ich möchte euch eine einfache Methode zeigen, die eigentlich für jeden Quilt passt (wenn man sich nicht mehr zutraut...). Im Englischen nennt man sie Stich in the ditch - auf gut Deutsch: Steppen durch den Nahtverlauf (klingt halt nicht so gut...)

Quiltmanufaktur - Stich in the ditch

Bei dieser Methode stellt ihr eure Stichlänge auf ca. 4 mm und die Stiche führen durch die Teilungsnaht-Linien eures Quilttops. Das ist am Anfang etwas schwierig, weil die Stiche dann auch gerne mal links oder rechts neben der Teilungsnaht landen. Aber grämt euch nicht! - keiner außer euch wird das später sehen... Mit der Übung kommt dann auch das genaue Treffen der Linie. So könnt ihr ganz einfach jeden Quilt quilten ohne euch groß Gedanken machen zu müssen.

Natürlich wird das dann etwas schwierig, wenn ihr Linien dann weiter in der Mitte vom Quilt steppen müsst. Wohin mit dem vielen Stoff unter dem kleinen Durchlass der Maschine? Dazu rollt ihr den Bereich des Sandwichs auf, den ihr bereits gequiltet habt. Und wenn das dann auch zu viel Material wird, fangt ihr einfach von der anderen Seite des Quilts an, zu quilten.

Quiltmanufaktur - Quiltsandwich aufgerollt unter dem Durchlass der Maschine

Wenn ihr alle horizontalen und vertikalen Linien durchgesteppt habt, könnt ihr euren Quilt begradigen. Durch das Quilten wird der Quilt meist vom Maß her etwas kleiner, als zuvor. Je nachdem, wie aufwendig man gequiltet hat, kann das dazu führen, dass sich das Quiltop an manchen Stellen mehr oder weniger verringert. Um das auszugleichen, hat man vorher ja das Vlies und den Rückseitenstoff rundum größer geschnitten!
Legt euren fertig gequilteten Quilt auf eure Schneidematte und schneidet Vlies + Rückseitenstoff entlang der Linie eures Quilttops zurück - dabei kann man kleine Überstände vom Quilttop wegschneiden oder manchmal fehlen auch einige Millimeter. Wenn es sich dabei nur um minimale Verschiebungen handelt ist das nicht so schlimm. Bei größeren Ungleichheiten müsst ihr euch sehr gut überlegen, wo ihr abschneidet, damit das Muster nachher nicht durchbrochen ist (wenn ihr einen Patchwork Block mit Muster genäht habt) oder euch nicht genug Quilttop-Rand vorhanden ist, um vom anschließenden Binding gefasst werden zu können.

Quiltmanufaktur - Quiltsandwich begradigen

Auf jeden Fall sollten alle Seiten gerade zurück geschnitten sein und die Ecken im rechten Winkel zueinander stehen.

Quiltmanufaktur - begradigtes Quiltsandwich

Binding
Dadurch, dass die Schnittkanten von eurem Sandwich noch offen sind, könnten diese ohne das Binding ausfransen - und blöd sieht es ohne dieses auch aus...
Binding ist der englische Ausdruck (wird bainding ausgesprochen!) Einfassen. Mit Hilfe eines Stoffstreifens wird die gesamte Umrandung des Quiltsandwich damit eingefasst.

Die fertige Breite des Bindings ist Geschmacksache - oder hängt davon ab, welches Tutorial ihr dafür zu Rate zieht. Ein Tutorial dazu habe ich bereits auf meinem Blog geschrieben. Bei diesem Tutorial habe ich eine fertige Breite von 1 cm beschrieben. Das Binding, dass ich hier für diesen Quilt anfertige, orientiert sich an dem Maß von 1/4" Inch, so wie es häufig die amerikanischen Quilter verwenden. Der Vorteil ist, dass es das gleiche Maß ist, wie beim Abnähen der Nahtzugaben zuvor. Wenn ihr euch also mittlerweile an dieses Maß gewöhnt habt, ist der Rest jetzt ein Katzenspiel...

Um den Quilt rundum einfassen zu können, müsst ihr ihn zunächst vermessen: Länge x 2 und Breite x 2. Die Summe ergibt die Länge, die euer Binding-Streifen insgesamt haben muss. Um etwas Spiel zu haben, rechnet ca. 20 cm zu dieser Summe hinzu.
Bei meinem Beispiel-Quilt beträgt die Länge 95 cm und die Breite 75 cm. Demnach brauche ich eine Gesamtlänge von 360 cm (95 cm + 95 cm + 75 cm + 75 cm + 20 cm = 360 cm).
Die Patchwork Stoffe liegen normaler Weise bei einer Stoffbreite von 110 cm. Das heißt also, ich muss 4 Streifen schneiden.
Die Streifenbreite hängt davon ab, wie breit euer Binding fertig sein soll. Im Folgenden Erkläre ich euch, warum ich für meinen Quilt eine Streifenbreite von 2,5" Inch geschnitten habe.

Die Bilder von links nach rechts begleiten euch bei der Vorbereitung für euren Bindingstreifen. Zunächst schneidet ihr 4 Streifen a` 2,5" Inch zu. Dann entfernt an beiden Enden jedes Streifens die Webkanten.
Legt in der Folge je den Anfang eines Streifens im 90° Winkel auf das Ende des vorherigen Streifens und zeichnet euch (wie auf dem zweiten Bild zu sehen) eine Linie durch die Ecken.
Diese Linie näht ihr anschließend ab.
Zum Schluss wird der überschüssige Stoff rechts von der Naht auf eine Breite von 1/4" Inch zurück geschnitten.

Quiltmanufaktur - Vorbereitung für den Bindingstreifen
Wenn ihr alles Streifen aneinander genäht habt, bügelt die Nahtzugaben auseinander. Vielleicht fragt ihr euch, warum die Naht schräg sein muss?! Weil sie sich beim folgenden Annähen an den Quilt nicht nur an einer Stelle befindet. Wäre das so, dann hätte an eine dicke Wulst an dieser Stelle!

Jetzt wird der Streifen in der Mitte links auf links gefaltet und gebügelt.
An einer der beiden Längsseiten ungefähr in deren Mitte wird der Streifen mit seiner doppelt gelegten Schnittkante an die Kante des Quilts gesteckt. Lasst dabei ein kleines Stück am Anfang des Streifens offen. Zieht den Binding-Streifen dabei etwas, damit ihr nachher beim Nähen keine Falten einnäht.  
Dann geht es mit dem Annähen los. Euer Patchworkfuß mit seiner Kante von 1/4" Inch Breite ist dabei wieder euer Anhaltspunkt. Die Stichlänge beträgt zwischen 3,5 mm.

Quiltmanufaktur - Bindingstreifen vorbereiten und losnähen
Ihr näht die erste Naht bis 1/4" Inch vor die Ecke des Quilts und verriegelt dann eure Naht (einige Stiche wieder zurück nähen).
Jetzt legt ihr den Bindingstreifen im 90° Winkel nach rechts weg.
Den Bindingstreifen anschließend nach links über die nächste zu nähende Seite legen. Der Umbruch befindet sich nun parallel zur vorher genähten Seite.
Die folgende Naht wird ganz am Anfang der Kante begonnen und bis zur nächsten Ecke genäht. Dort wiederholt sich diese Folge erneut.

Quiltmanufaktur - Ecke des Bindings nähen
Steckt auf der auf der Längsseite, auf der ihr das Binding begonnen habt, den Streifen soweit fest, bis ihr so ca. 20 cm vor den Anfang des Streifens. Der Anfang ist gerade abgeschnitten.
Legt das Ende eures Bindingstreifens über den Anfang. Das Ende des Streifens überlappt um die Länge, wie breit ihr euren Bindingstreifen geschnitten habt = 2,5" Inch. Den Rest des Streifens schneidet ihr gerade ab.
Die beiden Enden werden rechts auf rechts im 90° Winkel übereinander gesteckt und der Winkel genauso durchgenäht, wie am Anfang der Beschreibung die Streifen zusammen genäht wurden. Den überschüssigen Stoff schneidet ihr auch hier wieder bis auf 1/4" Inch zurück und bügelt die Nahtzugabe auseinander.
Der Bindingstreifen wird jetzt fertig angenäht.

Quiltmanufaktur - Binding Ende arbeiten
Den Beginn der letzten Schritte macht das Umschlagen des Bindings auf die Quiltrückseite. Der Bindingstreifen ist breit genug, das er einmal um die Quiltkante umgelegt über die Nahtlinie auf der Rückseite hinweg reicht. Steckt das Binding mit quer gesteckten Nadeln fest.
An der Ecke angekommen legt man den Streifen wie im zweiten Bild ersichtlich in einen 45° Winkel.
Dann wird die nächste Seite festegesteckt, wobei sich an der Ecke die Kante wie im dritten Bild zu sehen ergibt.
Zum Schluss näht ihr das Binding auf der Rückseite per Hand an.

Quiltmanufaktur - Finish des Bindings
Wenn ihr all diese Schritte befolgt habt, dann seit ihr fertig mit eurem ersten Quilt! Glückwunsch :-)
Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser kleinen Serie ermutigen, das Patchwork auszuprobieren und es als ein neues Hobby (Sucht!!!) zu entdecken?!
Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir Feedback geben würdet, wie ihr meine kleine Serie gefunden habt und ob ihr mit meinen Erklärungen zurecht gekommen seit. auch wenn ihr was anders machen würdet oder was nicht nachvollziehen könnt, wäre es toll, wenn ich darüber von euch hören würde!
Ansonsten wünsche ich euch ganz viel Spaß bei Patchwork - möge die Nadel mit euch sein!

Quiltmanufaktur - Fertiger Quilt


10 März 2016

Patchwork - Wie geht das? Eine kleine Einführung für Anfänger / Teil 2


Teil 2. Patchwork: Zuschneiden und Nähen

Gestern habe ich euch im ersten Teil geschildert, was Patchwork ist und was ihr dazu braucht.
Heute geht es ans Eingemachte: Zuschneiden und Nähen! Vorher aber möchte ich noch etwas zu den Stoffen sagen, die ihr wohlmöglich schon gekauft habt und was vor dem Zuschneiden zu überlegen ist.

Stoffe, Precuts und Vorwaschen oder nicht...
Wenn ihr Stoffe kauft, dann entweder vom Stoffballen - also Meterware oder als sog. Precuts. Das sind vorgeschnitten Stoffstücke in bestimmten Größen. Folgende Begriffe werden euch dabei am häufigsten begegnen:

Fat Quarter     ein Stoffstück 18" x 22" Inch (ca. 45 x 55 cm)
Charm Pack    eine Stoffpackung aus 42 Stoffstücken 5" x 5" Inch (ca. 12,5 x 12,5 cm)
Layer Cake     eine Stoffpackung aus 42 Stoffstücken 10" x 10" Inch (ca. 25,5 x 25,5 cm)
Jelly Roll         eine Rolle mit 40 Stoffstreifen 2,5" x 44" Inch (ca. 6,5 x 110 cm)

Jelly Rolls in der Quiltmanufaktur (je 20 Streifen 2,5" x 44" Inch)

Die Frage, die mir am häufigsten beim Stoffkauf gestellt wir, ist ob man die Stoffe vor dem Zuschneiden und Nähen waschen sollte? und wenn ja, wie?

Precuts sollte man nie vorwaschen, sondern immer erst den fertigen Quilt aus dieser Ware als Ganzes in der Maschine waschen! Zum einen, weil die Stoffe eingehen und zum anderen, weil sie beim Waschen ausfransen.

Meterware (also Stoffe, die vom Ballen abgeschnitten werden) kann man Vorwaschen - ich mache das immer. Baumwollstoffe, bzw. Patchworkstoffe in guter Qualität laufen beim Waschen in der Waschmaschine so um die 3% ein. Das muss man beim Kauf der Ware immer mit einkalkulieren! Zudem fransen die Stoffe, die in der Waschmaschine gewaschen werden, an den Schnittkanten aus. Auch das reduziert die Menge an Stoff, die man zum Zuschneiden dann noch verwenden kann. Kauft also nie zu knapp ein, wenn ihr ein bestimmtes Projekt im Auge habt. Bei Anleitungen in Büchern und Zeitungen sind solche "Zusatzmengen" an Stoff meist schon mit einberechnet - aber verlasst euch nicht unbedingt drauf....
Um das Ausfransen zu vermeiden, gibt es die Möglichkeit, die Stoffe im Waschbecken per Hand zu waschen. Verwendet dazu Handwarmes Wasser und gebt Waschpulver hinzu und wascht die Stoffe darin. Im Anschluss hängt ihr sie auf eine Wäscheleine. Wenn sie fast trocken sind, dann bügelt die Restfeuchte mit dem Bügeleisen (0hne Dampf) raus. Diese Methode ergibt das gleiche Resultat wie beim Waschen in der Maschine.

Kann man alle Stoffe mit unterschiedlichen Farben zusammen waschen?
Grundsätzlich gilt bei Stoffen das gleiche wie bei Bekleidung: weiße Wäsche, helle Buntwäsche und dunkle Buntwäsche getrennt waschen. Bei Stoffe jedoch kann es passieren, das die Farben "ausbluten", die Stoffe also ihre Farbe abgeben... Wenn ihr nicht jeden Stoff einzeln waschen wollt, dann könnt ihr Farbfängertücher verwenden. Die nehmen die aus dem Stoff auslaufende Farbe auf und die anderen mitgewaschenen Stoffe werden nicht verfärbt!

Farbfängertücher von verschiedenen Firmen

Ich verwende sie häufig und gebe dabei gerne mal ein-zwei Tücher mehr mit in die Wäsche als auf der Packungsbeilage empfohlen - sicher ist sicher!


Zuschneiden der Stoffe
Solltet ihr eure Stoffe vorgewaschen haben, dann bügelt sie ordentlich und legt sie anschließend wieder doppelt, so wie ihr sie beim Kauf bekommen habt.

Fünf ganz wichtige Punkte, an die ihr beim Zuschnitt immer denken solltet:
  1. Immer erst Nachdenken, bevor man zuschneidet (falscher Zuschnitt ist unnötiger Stoffverbrauch)
  2. Man schneidet immer vom Körper weg oder parallel zu diesem!
  3. Nach jedem Schnitt mit dem Rollschneider unbedingt die Sicherung über die Klinge schieben, damit ihr euch nicht verletzt!
  4. Das Lineal mit dem Gewicht des ganzen Arms auf dem Stoff platzieren, sonst verrutscht es euch beim Zuschnitt 
  5. Die Hand, mit der ihr das Lineal haltet, nicht direkt an der Schnittkante platzieren!

Legt euren Stoff auf die Schneidematte, die untere Stoffschnittkante sollte gerade abgeschnitten sein. Dazu richtet den Stoffbruch an einer der horizontalen Linien auf der Matte aus und dann schneidet die untere Kante anhand der untersten vertikalen Linie auf der Matte gerade. Stoffbruch und geschnittene Stoffkante ergeben einen 90° Winkel.


Für das Quiltprojekt, anhand dessen ich euch Patchwork erklären möchte, benötige ich mehrere Quadrate 8" x 8" Inch (ca.20 x 20 cm).
Legt euer langes Patchworklineal so über den Stoff, das ihr links und rechts neben den Stoff die obere Kante des Lineals auf der Linie von 8" Inch deckt.
Öffnet die Sicherung des Rollschneiders und schneidet entlang der Kante des Lineals den Stoff durch.
Öffnet den Stoff auf die volle Breite und legt ihn exakt an die untere Linie der Schneidematte an. Die Webkante des Stoffes richtet etwas über der linken ersten Linie der Matte aus. Anschließend wird diese Webkante weggeschnitten, denn man kann sie für dieses Projekt nicht gebrauchen.


Der nächste Schnitt erfolgt an der horizontalen Linie bei 8" Inch. Wenn ihr diese Linie durchtrennt habt, erhaltet ihr euer Quadrat von 8" x 8" Inch!










Für jedes Projekt, das ihr macht, überlegt euch vorher, wie groß es werden soll. Bei Quadraten ist das natürlich sehr einfach. Das Beispiel, das ich hier vorstelle, soll aus 4 Quadraten pro Reihe und 5 Reihen bestehen. Jedes zugeschnittene Stoffstück ist 8" Inch im Quadrat.


In der Darstellung seht ihr die geschnittene Fläche, die rundum 1/4" Inch Nahtzugabe beinhaltet.
Jedes geschnittene Quadrat hat rings herum Nahtzugabe! Die Nahtzugabe, wenn man in Inch-Einheiten arbeitet, beträgt 1/4" Inch.
Dadurch ergibt sich für jedes Quadrat eine fertige Breite (ohne Nahtzugabe) von 7,5" Inch. Das 1/2" Inch weniger ergibt sich aus der dann als Nahtzugabe vernähten Stoffmenge.
4 Stoffquadrate pro Reihe ergeben somit eine fertige Breite von 30" Inch (ca. 76 cm).
5 Reihen ergeben 37,5" Inch (ca. 95 cm)



Zusammen nähen / patchen
Habt ihr alle Quadrate sorgsam zugeschnitten, dann kommt jetzt der kreative Teil des Projekts! Ihr müsst euch die Anordnung eurer Quadrate überlegen...

Quiltmanufaktur - Layout der 20 geschnittenen Quadrate

Manchmal ist es verdammt schwierig, das richtige Layout hin zu bekommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir glauben, dass es noch perfekter geht... Meine Erfahrung ist die, dass das erste Layout meist das Beste ist! Bei kleinen Projekten, wie diesem ist das Auslegen auf dem Fußboden oder einem Tisch die beste Möglichkeit, sich einen Überblick über das Ganze zu verschaffen.
Ordnend eure 20 Quadrate so an, das sie zu vier Stück pro Reihe und in fünf Reihen liegen.

Jetzt nehmt ihr euch die 4 Quadrate der ersten Reihe zusammen und setzt euch an eure Nähmaschine!
Stichlänge bei Patchwork ist immer so um die 2 bis 2,5 mm. Bei dieser kleinen Stichlänge braucht ihr die Naht am Anfang und Ende nicht verriegeln - das macht man beim Patchwork generell nicht. Die Stoffe werden je rechts auf rechts gelegt und entlang der rechten Seite des Patchworkfüßches entlang genäht.

Die rechte Füßchenkante als Anhaltslinie für das Abnähen mit 1/4" Inch Nahtzugabe

Die einzelnen Stoffquadrate werden wie im folgenden Diagramm zusammen genäht. Dabei wird immer abwechseln je von der gegenüberliegenden Kante die Naht angefangen. Würdet ihr immer von der gleichen Seite anfangen, würde die obere Seite etwas breiter als die untere Seite - klingt komisch, ist aber so (vertraut mir...)

Stoffquadrate zusammenfügen - dabei immer von der entgegengesetzten Seite mit der Naht beginnen

Wenn ihr die einzelnen Reihen fertig genäht habt, geht es zum Bügeln. Hier gibt es in der großen Patchworkgemeinde sehr unterschiedliche Ansichten! Nahtzugabe auf eine Seite bügeln oder Nahtzugabe auseinander bügeln... Ich bevorzuge das Auseinanderbügeln. Es macht die Nähte flacher. Wenn bei manchen Mustern viele Nahtzugaben auf einer Stelle aufeinander treffen, dann hat man bei erster Variante eine unschöne Wulst. Schlussendlich muss das aber jeder für sich selbst entscheiden!

Nahtzugabe auseinander gebügelt

Anschließend werden die 5 Reihen miteinander verbunden. Um die Nahtkreuzungen immer exakt zu treffen, verwende ich Stecknadeln. Diese stecke ich durch die übereinander liegenden Nahtverläufe der jeweiligen Reihen.

Stecknadeln durch den Nahtverlauf der jeweiligen zu verbindeden Reihen stecken

Alle Nahtverläufe so stecken und wenn nötig auch noch weitere Nadeln quer zur Naht anbringen, damit die Nahtzugaben ordentlich ab genäht werden können.

Über die quer gesteckten Nadeln kann man drüber hinweg nähen

Genau wie beim Verbinden der einzelnen Quadrate pro Reihe gilt hier für das Zusammensetzten der Reihen, das man sie jeweils immer von der entgegengesetzten Seite beginnt. Und dann, wenn ihr alles ordentlich genäht habt, sollte euer erstes Quilttop fertig sein :-)

Fertiges Quilttop

Morgen folgt der letzte Teil der Serie: Quiltsandwich und das Binding.  
Das heißt, ich werde euch zeigen, wie das Quilttop mit Vlies und Rückseite verbunden wird. Das nennt man das Quilten! Und zu guter Letzt erkläre ich, wie man den Rand, das sog. Binding macht.